Für die neueste Ausgabe unserer Wettbewerbsreihe Format Picks, haben wir gefragt, wie ihr arbeitet. Kreative aus aller Welt haben ihre Arbeitsbereiche gezeigt, und wir haben viele tolle Einsendungen erhalten, doch das Bild des Fotografen Kai Gradert stach besonders hervor. Wir haben mit ihm über seine Arbeit und sein Gewinnerbild gesprochen.
Wo bist du ansässig und wo fotografierst du normalerweise?
Ich bin in der ruhigen deutschen Provinz geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebe ich im wunderschönen Kalifornien. Ich schätze mich unglaublich glücklich, so viele Weltklasse-Reiseziele in der Nähe zu haben. Ich besuche regelmäßig Joshua Tree und Yosemite und natürlich alles dazwischen, zum Beispiel den Sequoia-Nationalpark und das Death Valley. Ich nehme mir auch Zeit für internationale Reiseziele wie Island und die kanadischen Rocky Mountains.
Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Als Teenager in Deutschland habe ich zum ersten Mal eine Kamera in die Hand genommen. Als ich dann meine Karriere im Design begann und nach Kalifornien zog, habe ich die Fotografie aber irgendwann aufgegeben. Vor ein paar Jahren habe ich mich wieder in die Fotografie verliebt. Heute habe ich mich spezialisiert auf Landschaftsfotografie, Astrofotografie, und Bewegungssteuerung Zeitrafferaufnahmen.
Mit welcher Kamera fotografierst du?
Im Laufe der Jahre habe ich verschiedene Systeme besessen; ich bin nicht an eine bestimmte Marke gebunden. Eine Kamera ist ein Werkzeug, das mir hilft, Licht einzufangen und meine Vision in die Realität umzusetzen. Derzeit fotografiere ich mit Vollformatkameras von Sony. Meine aktuellen Kameras sind die Sony A9 und die Sony A7RIII mit einer Vielzahl von Objektiven.
Kannst du uns mehr über dieses Bild erzählen?
Dieses Bild zeigt eine Zeitraffer-Aufnahme an der Gletscherlagune Jökulsárlón in Island. Das ist ein sehr unvergesslicher Moment, weil er in einer totalen Katastrophe endete. Nachdem ich die Kamera für eine Zeitrafferaufnahme aufgestellt hatte und zu einem anderen Aufnahmeort gewechselt war, schwappte eine unerwartet große Welle über die gesamte Ausrüstung. Das Salzwasser und der Sand haben der Ausrüstung nicht gerade gutgetan. Das war eine teure Lektion und ein aufregender Start in die Reise. Zum Glück hatte ich eine Ersatzkamera dabei.
Gibt es ein bestimmtes Projekt, an dem du gearbeitet hast und das dich besonders beeindruckt hat?
Jedes Projekt ist einzigartig und spiegelt eine andere Phase meines Lebens wider. Die beiden Projekte, die besonders hervorstechen, sind mein jüngster Film RISE – Die Vorhersage von allem und Perseiden-Meteorschauer – Eine zauberhafte Nacht in Joshua Tree.
„RISE“ fängt den Neubeginn meiner Liebe zur Fotografie ein. Der Film hat mir beigebracht, bewusst zu reisen und zu fotografieren und meine Reiseziele sorgfältiger auszuwählen. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit und der Endbearbeitung dieses Films. Das ist bei Kreativen, die digital arbeiten, nicht immer der Fall.
„Perseids in Joshua Tree“ sticht besonders hervor, weil es eines der ersten Zeitrafferprojekte war, an denen ich mitgearbeitet habe, und weil es im Laufe der Jahre die größte Medienresonanz erfahren hat. Ausgewählte Ausschnitte aus diesem Film wurden bereits in Fernseh- und Filmproduktionen gezeigt.
Wie nutzt du deine Website, um deine Fotografie zu unterstützen?
Meine Website inspiriert mich dazu, bei meiner Arbeit bewusster vorzugehen. Heutzutage ist es so einfach, sich nur auf die sozialen Medien zu konzentrieren. Natürlich teile ich nach wie vor Arbeitsfortschritte, laufende Projekte und Einblicke hinter die Kulissen in den sozialen Medien, aber bei den Arbeiten, die ich auf meiner Website veröffentliche, bin ich viel wählerischer. Außerdem nutze ich meine Website, um neue Filmstarts, meine Arbeit lizenzieren, und Drucke verkaufen.
Woran arbeitest du im Moment?
Ich arbeite gerade an zwei Zeitraffer-Projekten. Das eine trägt den Arbeitstitel „Beautiful Sadness“ und zeigt die atemberaubenden Landschaften und die melancholische Stimmung Islands. Das zweite hat noch keinen Titel, zeigt aber die malerischen Landschaften Nordamerikas. Außerdem bin ich neugierig darauf, mal über Familie und Freunde hinaus mit Porträtfotografie zu experimentieren.
Nenne zwei Fotografen, denen wir folgen sollten.
Es gibt so viele. Es ist schwer, nur zwei auszuwählen, aber hier sind sie.
Gilmar Smith—Ich liebe ihren schrulligen und witzigen Porträtstil. Ihre Bilder sind mehr als nur einfache Fotos. Jedes Bild erzählt eine Geschichte und erschafft eine magische Welt, von der ich mir wünsche, dass es sie gäbe.
Asher Svidensky— Ich hab Asher erst vor Kurzem entdeckt und mich sofort in seine Art, Geschichten zu erzählen, verliebt, besonders in die Geschichte von Die Adlerjägerin.
Es gibt so viele Geschichten auf dieser Welt zu erzählen. Los, sei kreativ!.
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